Wie unterscheiden sich... Waldohreule und Waldkauz

Aktualisiert: 11. Apr.

Man hört sie nicht, man sieht sie nicht und doch leben sie mitten unter uns. Sie wohnen in Wäldern oder an Feldrändern und brüten u.a. in verlassenen Vogelnestern. Die Rede ist von zwei der am häufigsten vorkommenden heimischen Eulenarten; dem Waldkauz und der Waldohreule.

Der Waldkauz ist die am häufigsten vorkommende Eulenart
Der Waldkauz ist die am häufigsten vorkommen Eulenart Deutschlands.

Eine der häufigsten Eulenarten in Deutschland ist der Waldkauz mit etwas 64.000 Brutpaaren. Wie der Name schon verrät, befindet sich der Lebensraum des Waldkauzes nach wie vor in Wäldern Eurasiens. Doch genau, wie viele andere Wildtierarten, hat auch der Waldkauz gelernt, dass ein Leben in der Stadt Vorteile mit sich bringen kann. Es verwundert also nicht, dass die 40cm große Eule zu den Kulturfolgern des Menschen zählt. Neben einem erhöhten Nahrungsaufkommen (Mäuse, Kleinsäuger, Vögel, etc.) besitzen vor allem die unzähligen Parks und Friedhöfe in urbanen Gebieten Möglichkeiten unbeschwerte Rückzugsgebiete. Während es auf Feldern und Wäldern vor allem Greifvögel auf Eulen abgesehen haben, zählt in Städten in der Regel der Mensch, sowie der Rotfuchs, zu den größten Feinden des Waldkauzes.

Die Waldohreule meidet die Konkurrenz zum Waldkauz.
Die Waldohreule meidet die Konkurrenz zum Waldkauz.

Neben dem Waldkauz zählt auch die Waldohreule zu den am häufigsten vorkommenden Eulenarten. Die Population wird auf ungefähr 32.000 Brutpaare geschätzt. Genau wie der Waldkauz bewohnt die Waldohreule gerne Wälder jeder Art, mit dem Unterschied, dass sie sich dabei gerne in der Nähe von offenen Flächen aufhält. Innere Bereiche von Waldflächen meidet die Waldohreule in der Regel, da die Konkurrenz zum stärkeren Waldkauz zu groß ist. Mit durchschnittlich 36cm ist sie zwar ähnlich groß wie der Waldkauz, jedoch können wenige Zentimeter Größenunterschied in der Tierwelt über Leben und Tod entscheiden.

Waldohreulen zählen zu den Standvögeln und Teilziehern. Ausschlaggebend ist hier das eigene aktuelle Revier. Während stadtnahe Tiere durchaus das gesamte Jahr über in Deutschland verbringen, ziehen gerade Jungvögel zum Überwintern teilweise mehrere hundert Kilometer in wärmere Gebiete, aus denen Sie im Frühjahr wieder zurückkehren. Auch, wenn das Suchen eines neuen Reviers nicht immer einfach ist, finden Jungtiere in der Regel im Umkreis von 50 bis 100km ein neues.

Waldkäuze sind vorwiegend nachtaktiv. Da kann man am Tage schon einmal müde sein.
Waldkäuze sind vorwiegend nachtaktiv. Da kann man am Tage schon einmal müde sein.

Mit dem Einsetzen der Balz im Herbst ertönt auch der typische Ruf des Waldkauzes. Allabendlich lassen sich die Rufe mehrere hundert Meter weit vernehmen. Ein langgezogenes „Huh-Huhuhu-Huuuh“, das gerne auch in Gruselfilmen oder Krimis eingespielt wird. Der Ruf wird überwiegend von männlichen Käuzen geäußert. Ein Antwort des Weibchens, das meist einem „Kuwitt“ sehr Nahe kommt, lässt oft ein paarungsbereites Verhalten hindeuten.

Ist der Winter ins Land gegangen und das Pärchen findet sich zu Jahresbeginn im Brutnest wieder, bringen Waldkäuze, wie Waldohreulen, im Frühjahr bis Sommer ihren Nachwuchs zur Welt. Sind es beim Waldkauz bis zu vier Eier, können Waldohreulen bis zu sechs Eier ins Nest legen. Binnen weniger Wochen muss der Nachwuchs nach einigen Wochen Brutzeit fit fürs Leben gemacht werden. Spätestens im Herbst müssen Jungeulen in der Lage sein, eigenständig auf Futterjagd gehen zu können. In der Fachsprache werden die Jungtiere als Ästlinge bezeichnen, da sie noch nicht in der Lage sind zu fliegen. Einzige Bewegungsmöglichkeit ist das Herumklettern in den Ästen. Von Ast zu Ast und im Schutz des Laubwerkes können Sie so Tag für Tag das Fliegen schrittweise üben. In der Regel können besagte Ästlinge im Alter von 10 Wochen in der Lage sein selbständig Mäuse zu erjagen. Die Elternvögel füttern ihren Nachwuchs jedoch auch noch ein bis zwei Wochen weiter, um die Chance für ein Überleben möglichst hoch zu gestalten. Dennoch überlebt nicht selten nur jedes zweite Jungstier das erste Jahr. Die Gründe hierfür können vielfältiger Natur sein: ein hohes Aufkommen an Feinden, Unterentwicklung durch zu wenig Nahrung oder in Städten natürlich auch der Tod durch menschliche Einflüsse.

Waldkauz-Ästlinge, ein paar Wochen alt
Waldkauz-Ästlinge, ein paar Wochen alt

Um Feinde und Gefahren möglichst früh zu erkennen, können Eulen ihren Kopf um bis zu 270° drehen. Möglich wird das durch ihre 14 Halswirbel, womit sie doppelt so viele besitzen, wie wir Menschen. Der Mensch selbst kann seinen Kopf gerade einmal bis zu 90° drehen. Anders als bei uns Menschen können Eulen jedoch ihre Augen nicht drehen, was einen flexiblen "Rundum-Blick" zwingend erforderlich macht

Der Vorteil am beweglichen Kopf ist u.a. ein unauffälliges Erscheinungsbild für die potenzielle Beute. Ohne wahrgenommen zu werden, kann die Eule ihren Kopf drehen und so unbeschwert auf Beutesuche gehen, ohne entdeckt zu werden.

 

Quelle: https://www.deutschewildtierstiftung.de/wildtiere/waldkauz, https://de.wikipedia.org/wiki/Waldohreule, https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/waldohreule/, https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/waldkauz/


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